Donnerstag, 30. November 2017

Der letzte Novembertag

Der letzte Novembertag ist heute auch der Tag für die Monatscollage, die Birgitt immer sammelt. Für diese Idee, einmal im Monat zurückzublicken auf das Gewesene, danke ich ihr von Herzen, denn oftmals habe ich längst vergessen, was am Anfang des Monats war. So auch diesmal.


Es war meinem Hirn längsts entfallen, dass wir gleich zu Beginn des Monats in Bad Frankenhausen waren, das "Elefantenklo", wie das Panoramamuseum mit Tübkes monumentalem Bauernkriegsgemälde im Volksmund heißt, besucht und den Schiefen Turm besichtigt haben. Dieser Turm steht schiefer als der in Pisa und gilt als der höchste schiefe Turm der Welt. Damit er nicht irgendwann umkippt, wurde er aufwendig abgestützt.
Im Großen Garten in Dresden waren wir auch. Von dort stammt das kleine Mitbringsel an der Hand.
Auf dem Flohmarkt, dem letzten dieses Jahres hier, habe ich nichts gefunden, das ich gewollt hätte, nur ein paar Fotos gemacht.
Wir haben den letzten Mangold geerntet, ich habe die Tochter um ihre Steckrüben beneidet - meine sind nichts geworden - und habe die Daumen gedrückt, dass der Tochter Tomaten bis zum ersten Frost noch reifen - hat aber nichts geholfen.
Ich habe die Vögel im Garten des Altenteils beobachtet und mit der Tochter die wilden Komposte am Rande des Dorfes abgeklappert und dort nicht nur Grün vom Heckenschnitt für die Adventsdeko gefunden, sondern auch Dahlien und allerlei entsorgte Stauden.
Der Balkon ist eingewintert und ich habe nun wieder das Leuchten meiner Winterkerze vor dem Fenster.
Und wir sind viele Male den gleichen Weg gegangen: durch den Wald zum See und zurück über die feuchten Wiesen. Was war ich froh, als der Gatte vorhin den Vorschlag machte, wir könnten ja mal wieder zur alten Kiesgrube fahren. 
Da ja nun heute der letzte Novembertag ist, hänge ich die Fotos einfach an. Aber Vorsicht: Bilderflut.


Nein, das ist nicht der Weg, den wir gefahren sind. Ab hier sind wir gelaufen.


Als die Enkelkinder noch klein waren, waren wir sehr oft hier.


Es ist ein wunderbarer Spielplatz.


Nicht nur für Biker. Auch für Kinder jeden Alters.


Erst mühsam hinaufkraxeln und dann runter - rennen, rutschen, rollen. Der Wahnsinn.


Von oben hat man einen weiten Blick über die Wälder.


Doch der Blick von unten hat uns heute gereicht.






Am Tümpel vorbei, der eine hauchdünne Eisschicht trug, ging es zurück zum Auto.



Es dämmerte bereits und die ersten Nebel stiegen auf.
Ach, ein feiner letzter Novmebertag war das. Ich hoffe, Euer Tag war auch gut.
Morgen können wir die ersten Türchen unserer Adventskalender öffnen. Ich freue mich schon darauf. Es liegen schon ganz viele Umschläge hier.
Euch allen einen geruhsamen Abend
Lieben Gruß
Katala

Sonntag, 26. November 2017

Novemberstimmung



Novemberstimmung ist für mich ein im Morgennebel verschwundener See...


...und ein Feld voller Kraniche.


Novemberstimmung ist eine Schubkarre voller Sommerblumen, die den Stiefmütterchen weichen müssen, damit diese im kommenden Frühjahr kräftiger blühen...


...und eine Handvoll der Sommerblumen mir für die Vase geschenkt.

Am meisten Novemberstimmung verbreiten für mich allerdings Winterastern. Sie standen im Garten meiner Großmutter. Sie blühten als letzte, sehr spät im Herbst. Sie  trotzten den ersten Frösten und dem ersten Schnee. Sie waren von einem wunderbar blassen Rosa, dufteten sehr stark und vermochten es, selbst an grauen Tagen hell zu leuchten. Ich habe diese Blumen und ihren Duft geliebt. Immer, wenn ich im Garten war, musste ich sie berühren, an ihnen riechen. Aber nie durfte ich sie pflücken und in die Vase stellen. Es waren die einzigen Blumen, die immer draußen bleiben mussten. Ich weiß gar nicht mehr warum.

Seither ist der Duft von Winterastern, von Chrysanthemen überhaupt, bei mir untrennbar mit dem November verbunden. Er gehört zu diesem Monat wie die grauen Tage, die feuchte Kälte und der warme Ofen.


Euch allen einen guten Start in die letzte Novemberwoche
Lieben Gruß
Katala

verlinkt mit: Bunt ist die Welt - Novermberstimmung

Donnerstag, 23. November 2017

Ungebetene Gäste


Ungebetene Gäste werden bei uns erst arretiert und dann in der Wildnis ausgesetzt.






Euch allen eine gute Nacht, süße Träume und keine Mäuse in der Kammer
Lieben Gruß
Katala

Freitag, 17. November 2017

Das Kartoffelexperiment

Bis vor wenigen Jahren glaubte ich, jedes Gemüse hätte seine Farbe. Tomaten seinen rot, Gurken grün und Mohrrüben orange. Stimmt aber gar nicht. In den letzten Jahren wurden unsere Gemüse bunt. Mohrrüben sind nicht mehr nur orange, sondern auch rot, gelb und weiß.
Doch die bunten Mohrrüben sind keine Neuerung der modernen Zeit. Bunte Mohrrüben sind älter als die orangefarbenen, die erst - und da variieren die Zahlen - im 17./18. Jahrhhundert in Holland gezüchtet wurden. Irgendwo habe ich gelesen, dass man damals zu Ehren des hollandischen Königshauses dann nur noch die orangefarbenen anbaute. Ob das stimmt, weiß man nicht. Aber fest steht, dass sich orangefarbene Karotten durchsetzten.
Alten Sorten findet man kaum noch. Die industrielle Landwirtschaft hat sie verdrängt. Zwar gibt es inzwischen wieder Saatgut allerlei bunter Gemüse, doch das sind meist Neuzüchtungen und F-1-Hybriden. Nur wenige Züchter haben sich dem Erhalt alter Gemüsesorten verschrieben.
Bei Kartoffeln ist es nicht anders. Auch sie waren einst bunt und vielfältig. Inzwischen kann man zwar schon wieder blaue Kartoffeln, sogenannte Trüffelkartoffeln, kaufen, doch sie sind selten und teuer. Aber weil ich buntes Gemüse so mag, leisten wir sie uns gelegentlich.
Vier von ihnen hatten sich im Frühjahr in der Kammer in eine hintere Ecke verkrümelt und damit fing alles an. Als ich sie wiederfand, waren sie schrumpelig und trieben bereits aus. Ich entschied, sie einzupflanzen. Sie kamen in einen alten Kübel auf dem Balkon und gediehen prächtig.


Im Oktober war aus den vier verkrumpelten Kartoffeln ein gutes Kilo geworden.
Und weil eigene Kartoffeln zu ernten so viel Spaß macht, blieb es natürlich nicht bei vier schrumpeligen Knollen und einem einzigen Kübel. Im Internet habe ich noch vier historische Sorten dazugekauft: Blaue Schweden - eine alte blaufleischige Sorte, deren Herkunft nicht genau bekannt ist, von der man aber annimmt, dass sie aus Südamerika stammt; Violine de Borée - eine französische Sorte aus der Region Ardeche, die sich dort seit dem 17. Jahrhundert erhalten hat, ebenfalls mit blauem Fleisch; Highland Burgundy Red -eine aus Schottland stammende Züchtung mit rotem Fleisch; Rosa Tannenzapfen - eine deutsche Züchtung aus der Zeit um 1850 mit rosafarbener Schale und gelbem Fleisch, die Kartoffel des Jahres 2013.

 

Diese Kartoffen kamen zum großen Teil ins Beet, ein paar auch in Kübel.
Im Internet hatte ich mich über Kartoffeltürme schlau gemacht, nachdem mir mein Schwiegersohn von dieser Art des Anbaus erzählt hatte. Eigentlich wollte ich genau das ausprobieren, habe am Ende aber nur einen einzigen Topf auf dem Balkon bis auf 70 cm aufgetürmt. Das brachte allerdings nichts, bis auf eine einzige Kartoffel. 
In den Kübeln im Garten, in denen ich die Erde nicht höher als bis zum Rand aufgeschichtet habe, haben sich Violine de Boree und die roten Kartoffeln sehr gut gemacht. Vor allem waren sie vor den lieben Gartenbewohnern geschützt, die mir von den Kartoffeln im Beet jede Menge geklaut haben. Unter mehreren Reihen, vor allem der blauen Kartoffeln, waren Gänge gebuddelt und an den unterhöhlten Pflanzen war nicht eine einzige Knolle. Am Ende eines Ganges fand ich dann ein Lager und gleich drei handvoll Kartoffeln. Ich habe sie mir zurückgeklaut.
Die Rosa Tannenzapfen mochten den Topf nicht, dafür gediehen sie prächtig im Beet. Aus etwas 700 Gramm gesetzter Kartoffeln wurden etwas mehr als sieben Kilo. Und nicht eine davon gemopst. 


Seltsame Formen haben sie. Und sie sind sehr lecker. Allerdings im Geschmack den gängigen Sorten sehr ähnlich. Die blauen und die roten dagegen schmecken viel intensiver. Ein ganz eigener Geschmack, der keiner in den Läden zu findenden Sorte gleicht. Auch nicht den blauen Trüffelkartoffeln, deren Geschmack bei weitem nicht so kräftig ist. 


Meine Kammer ist nun mit allerfeinsten Kartoffeln gefüllt. Bis ins nächste Jahr werden sie bestimmt reichen. Und wenn ich es schaffe, einige ins nächste Frühjahr hinüberzuretten, dann versuche ich das mit dem Kartoffelturm noch einmal. Hat jemand von Euch Erfahrung damit? 
Lieben Gruß und ein schönes Wochenende
Katala