Donnerstag, 4. August 2016

Der Juli und eine Blogpause

Der Juli, was für ein schöner Sommermonat, den ich in vollen Zügen genossen habe - allem widrigen Weltgeschehen zum Trotz.


Die Tochter und ich haben für Wintervorräte gesorgt - wir lieben Wintervorräte. Ich war oft bis zur Dunkelheit im Garten und der Mann und ich haben mit viel Lust jede Menge Eis gegessen.
Wir waren in Dresden, wo ich eine Brücke zum Einsturz brachte: Nein, nicht das Blaue Wunder, das steht noch. Aber die Leonardo-Brücke in der Da Vinci-Ausstellung. Einmal an einem Hölzchen gezogen und schon brach das ganze Gebilde laut scheppernd in sich zusammen. Hat Spaß gemacht. Auch das Zusammenbauen, denn es fanden sich schnell hilfreiche Hände. Mehrheitlich Frauen. Interessant. Sie haben wohl weniger Angst, sich zu blamieren, denn sie gelten ja sowieso als technikdoof.
Bei einem Spaziergang entlang der Fließe im Fläming habe ich eine Wasserratte beobachtet. Sie war riesig. Bisam oder Nutria? Ich habe keine Ahnung. Vielleicht weiß es ja jemand.
Und wir habe viele Tage bis weit in die Nacht hinein an der Dahme gesessen und auf einen Aal gewartet - der natürlich nicht kam. Aber es war trotzdem toll. Am Wasser zu sitzen, in  die Sterne zu schauen und auf die Geräusche der Nacht zu lauschen - viel mehr brauche ich im Sommr nicht für meine Glückseligkeit.

An schönen Sommertagen hält mich nichts im Haus. Da muss ich raus. Am Computer zu sitzen, macht mich mürrisch und müde. Es ist, als strahle er ein Schlafmittel aus, ein Narkotikum, das mich lähmt. Ich sitze davor und verliere an allem die Lust. Ich habe zwei Tage gebraucht, um die wenigen Bilder und Sätze zusammenzubasteln. Das nennt man wohl Blog-Blockade.
Ich bewundere jeden, der es schafft, auch im Sommer, selbst im Urlaub, regelmäßig zu posten. Ich kann das nicht. Also seht es mir nach, dass ich Euch nicht besucht habe, dass ich so gar nichts von mir hören ließ. Und damit mich nicht wieder das schlechte Gewissen umtreibt, denn so ein Blog ist ja irgendwie auch eine Verpflichtung, mache ich bis Ende August eine Blogpause. Zur nächsten Monatscollage und dem 12tel Blick bin ich wieder da.

Ach ja, der 12tel Blick. Beinahe hätte ich ihn vergessen. Erst gesterm abend habe ich endlich das Foto gemacht.

3. August 2016, 19.46 Uhr
Die Wiese wurde in der Zwischenzeit gemäht und sieht dank des Regens der letzten Tage wieder saftig grün aus. Zwischen den Bäumen ist eine Kirrung. Dann war es wohl doch der Jäger, der die späte Mahd veranlasst hat, damit keine Kitze verletzt werden..


Und so sieht das Jahr bisher im Überblick aus. Das nächste Bild braucht wohl mal wieder etwas Sonnenschein.

Sonnenschein und allerfeinstes Sommerwetter wünsche ich Euch für den August. Genießt die Tage. Im September bin ich wieder da.
Einen ganz lieben Gruß Euch allen
Katala

Freitag, 15. Juli 2016

Die Bücher und ich - 25 Fakten

Als ich gestern von dieser Aktion bei Ingrid, bei Astrid und bei Mano las, fand ich sie so spannend, dass ich mich sofort an diesen Post setzte.


 Hier meine 25 Fakten über Bücher und mich:
  1. Ich bin zwischen Wänden voller Bücher aufgewachsen.
  2. Wann ich zu lesen begann, weiß ich nicht mehr, aber es war nicht sonderlich früh.
  3. Ich weiß auch nicht mehr, was meine ersten Bücher waren. Ich weiß nur noch, dass ich Märchen furchtbar langweilig fand. Abenteuerromane waren mir lieber.
  4. Ich durfte lesen, was ich wollte und so las ich sehr früh Erwachsenenliteratur.
  5. Das einzige Buch, das ich heimlich las, war "Das Weib bei den Naturvölkern". Ich fand es ganz unten in der Bettentruhe bei meiner Großmutter.
  6. Ich las auch als Kind schon gerne Sachbücher. Wenn mich ein Thema interessierte, las ich alles, was ich dazu bekommen konnte. Einige Jahre waren das der Zirkus und die Raubtierdressur.
  7. Als Kind las ich auch Biografien, wenn sie zum Thema passten. Meine Helden waren Otto Sailer-Jackson und Grock - ich konnte mich ewig nicht entscheiden, ob ich lieber Dompteur oder Clown werde wollte. 
  8. Mit Anfang Zwanzig war ich süchtig nach Büchern. Ich saß tagelang und las. Bis zum Exzess. Alle lebensnotwendigen Verrichtungen verkamen zur Nebensache.Das legte sich erst, als meine Tochter geboren wurde.
  9. Ich lese noch immer jeden Tag, wenigstens vor dem Einschlafen. Ohne vorher etwas gelesen zu haben, kann ich nicht einschlafen.
  10. Im Bett lese ich inzwischen am liebsten E-Books. Das ist bequemer.
  11. Ich habe erst sehr spät angefangen, Krimis zu lesen. Ich hielt sie für schlechte Literatur. Eines Abends - ich war bestimmt schon fast 30 - saß ich vor einem Stapel Bücher meiner Mutter. Es waren alles Krimis. Wahllos griff ich mir einen von Agatha Christie, las ihn an und stand erst wieder auf, als ich ihn  ausgelesen hatte. Ich nahm mir einen zweiten Krimi von ihr und ging damit zu Bett. Was war ich borniert gewesen.
  12.  Seither lese ich viele Krimis. Ich liebe Fred Vargas und ich mag schwedische Krimis.
  13. Ich mag keine Fantasy-Literatur, außer sie ist für Kinder. Harry Potter habe ich verschlungen.
  14. Ich lese gerne Kinder- und Jugendbücher. Jetzt wahrscheinlich lieber als als Kind.
  15. Ich liebe Bilderbücher, vor allem Kunstbände.
  16. Mit Lyrik stehe ich auf Kriegsfuß.
  17. Ich mag keine Literaturverfilmungen, wenn ich das Buch kenne. Es sind nie meine Bilder.
  18. Ich habe kein Lieblingsbuch, keinen Lieblingsschriftsteller und auch keine Lieblingsepoche.
  19. Bücher müssen spannend und gut geschrieben sein. Das gilt für mich auch für Sach-und Fachliteratur.
  20. Ich habe keine Listen. Was ich als nächstes lesen werde, entscheidet meist der Zufall.
  21. Wenn mir ein Autor zusagt, lese ich oft mehrere Bücher von ihm hintereinander.
  22. Wenn ich jedoch nicht über die ersten 10 Seiten komme, ohne mich zu langweilen, lege ich das Buch beiseite.
  23. Für alles, was meine Hobbys betrifft, kaufe ich keine Bücher mehr, da ziehe ich mir lieber alle Informationen aus dem Internet.
  24. Ich habe viel zu viele Bücher. Die meisten werde ich nie wieder lesen, kann sie aber auch nicht wegschmeißen.
  25. Bücher haben für mich keinen dekorativen Wert. Den Großteil meiner Bücher habe ich in eine Kammer verbannt. 
Das war gar nicht so einfach mit den 25 Fakten. Die Schwierigkeit bestand im Weglassen.
Nun bin ich gespannt, wer noch alles mitmacht.

Bisherige Teilnehmer:
Kunterbuntes Allerlei
Le monde de kitchi 
Manos Welt
Frau Rotkraut
Heute macht der Himmel blau
Holunder

Euch allen einen schönen Restabend und ein schönes Wochenende
Lieben Gruß
Katala

Donnerstag, 14. Juli 2016

Endlich mal wieder Meer



Ein verlängertes Wochenende auf Usedom. Ein Überraschung des guten Gatten. Des sehr guten Gatten.


Gewohnt haben wir in Polen, in Swinemünde/Świnoujście, dem vierten Kaiserbad auf Usedom. Wilhelm II. verbrachte hier ab 1882 jährlich das erste Augustwochenende. Wir waren nun auch mal wieder da. Logierten zwar nicht königlich, aber sehr angenehm.
Mitte der 70er Jahre waren wir schon einmal in Swinemünde. Ich hatte die Stadt als grau und trist in Erinnerung. Im zweiten Weltkrieg war sie fast völlig zerstört worden und das sah man ihr damals noch immer an. Überall klafften Kriegswunden.
Aber so sah es damals in vielen  Städten des Ostens aus. Wieso hatte ich ausgerechnet in dieser kleinen Hafenstadt etwas anderes erwartet? Vielleicht, weil man in Warschau die ebenfalls fast völlig zerstörte Altstadt gleich nach dem Krieg wieder aufgebaut hatte, selbst das Stadtschloss mit Hilfe von Spendengeldern wieder errichtete. Weil  in Warschau schon damals die Straßen voller Musik, voller Künstler, voller Cafés und voller Menschen waren. Und weil ich wohl davon ausging, dass es im ganzen Land so sein müsse. Aber Warschau war halt die Hauptstadt, das Aushängeschild Polens.
Inzwischen hat sich auch Swinemünde gemausert. Es ist ein netter kleiner Ort geworden, mit freundlichen Hotels und einer endlos langen Promenade voller Leben.


Mit Springbrunnen, Straßenmusik und einem Café am anderen.


Mit Sandkunst und vielen bunten Menschen. Das hat Flair.

Und dann die vielen Kilometer Sandstrand, für die Usedom berühmt ist. Voller Menschen - kein Wunder, es ist Sommer und es war allerfeinstes Badewetter. Das Meer so platt wie ein Tafeltuch. Aber kalt - brrr.
Wir sind am Strand entlangspaziert, bis wir eine fast leere Stelle fanden. Geputzt wie Omas gute Stube. Nur allerfeinster Sand.



Was tun, wenn einem nur in der Sonne zu sitzen und Pigmente zu haschen zu Tode langweilt und nicht einmal genügend Steine und Muscheln für ein Mandala zu  finden sind? Ein bisschen Gruselmagie hinterlassen.


Und Krabbeltiere fotografieren.


Und die Möwen.


Und die Wolken.


Und das Gewitter, das uns vom Strand verscheuchte und alle anderen auch.
Ein bisschen mehr Meer wäre schön gewesen.
Aber Meer überhaupt war wunderschön.
Ach, könnte ich, wie ich wollte, und würde der Garten nicht ständig schreien...

Euch einen feinen Resttag
Lieben Gruß
Katala

Donnerstag, 7. Juli 2016

Der Juni 2016

Ein bunter Monat war's. Mit tropischer Hitze und gewaltigen Gewittern. Voller Duft nach Rosen, Lindenblüten und frisch geschnittenem Heu.


Und was habe ich in diesem Monat gemacht?
Im Garten gearbeitet, bis das Kreuz quietschte, doch zum Lohn jeden Tag eine Schüssel Erdbeeren geerntet, bis das dumme Rehlein kam und alle Erdbeeren samt Blättern auffraß und meine Färberkamille und die neuen Triebe der Rosen auch.
Die ersten Vorräte für den Winter eingekocht:  Holunderblütensirup.
Die Enkel und die Gänse gehütet und bis spät in die Nacht auf dem Hof gesessen, gelesen und in die Finsternis gelauscht.
Den Gatten jedes Wochenende in der Anstalt in der Rehaklinik besucht und die Gegend erkundet.
Lange Spaziergänge und Radtouren gemacht.
Da blieb kaum Zeit fürs Bloggen. Da habe ich es nur knapp geschafft, wenigstens ein Foto für meinen 12tel-Blick zu machen.

30. Juni 2016, 12.04 Uhr

Die Wiese ist noch immer nicht gemäht und ziemlich vertrocknet. Es scheint eine der vergessenen Wiesen hier zu sein. Vielleicht wurde sie aber auch deshalb noch nicht gemäht, weil Rehe ihre Kitze darin abgelegt haben. Das wäre dann sehr fürsorglich.
Doch in den vergangenen Jahren wurden die Wiesen hier oft überhaupt nicht gemäht. Wo einst Quendel und Pimpinelle wuchsen, ist nun nur noch Gras. Ich habe keine Ahnung, ob es am Mähen bzw. am Nicht-Mähen liegt oder ob das einfach der Lauf der Dinge ist. Vielleicht weiß das ja von Euch einer.



Wie dem auch sei, ich bin gespannt, wie es in nächsten Monat hier aussieht.

Der Gatte ist nun wieder zu Hause und der Alltag kehrt wieder ein. Nun werde ich wohl auch wieder etwas mehr Zeit fürs Bloggen haben.
Doch jetzt muss ich mich erst einmal einer Waschschüssel voll Sauerkirschen widmen - der Baum hat uns den radikalen Beschnitt voriges Jahr reichlich gedankt.
Euch allen einen schönen Abend und einen schönen Freitag und ein schönes Wochenende auch gleich noch, denn da bin ich auch schon wieder weg.
Lieben Gruß
Katala

Mittwoch, 22. Juni 2016

Dumme alte Frau

Die dumme alte Frau hat sich wieder einmal übernommen. Hat im Garten herumfuhrwerkt, bis nichts mehr ging. Und dann hatte sie Rücken. Sitzen war die schlechteste aller Optionen. Vor allem das Sitzen am Computer.


Da hat sie es wie der Tochter Katze gemacht. Herumgelungert. Die Tage verdöst.



Kaum ging es der dummen alten Frau wieder besser, musste sie sich aufs Rad schwingen. Hat sie seit Jahren nicht gemacht. Kann sie eigentlich auch gar nicht richtig. Kann mit Ach und Krach geradeaus fahren. Aber egal.  Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und das schöne Wetter lockten.


Und los ging es durch Felder und Wald...


...durch winzige Dörfer mit schönen alten Gehöften...


...vorbei an den Fischteichen...



...hin zum NABU-Zentrum Blumberger Mühle. Ein feiner Spielplatz. Auch für Erwachsene.

Wäre die alte Frau nicht dumm, sondern vernünftig, hätte sie es dabei bewenden lassen. Aber nein,  sie musste ja noch weiter.  Bis zum Görlsdorfer Lenné-Park.


Was war die alte Frau froh, als sie nach all den Hügeln erst einmal ein wenig um die Kirche herumlaufen konnte.
 

Zum Glück waren auch noch Kühe da, die dringend fotografiert werden mussten.


Eine war ziemlich neugierig...


...musste unbedingt an der Kamera riechen. Da war's dann genug.
Außerdem war da ja noch die Sache mit dem Park.



Bis zum Teehaus war alles schön flach. Aber die dumme alte Frau musste ja unbedingt auch noch zum Aussichtspavillon, den steilen Hügel hinauf. Und wofür?


Für dieses missglückte Foto.


Nein, nein, nicht nur. Der Blick ist schön, weit über das Land. Der Pavillon allerdings ist nur ein winziges Holzhüttchen, aber immerhin hat es sechs Ecken.
 
Und das Ende vom Lied? Die dumme alte Frau konnte wieder nicht mehr sitzen. Ihr tat der Hintern weh. Und zwar mordsmäßig.
Hört das vielleicht irgendwann auf? Ich meine, wenn man öfter Fahrrad fährt? Hat da jemand einen Tip? Dieser schmerzende Allerwerteste versaut einem ja den ganzen Spaß.

Euch einen schönen Abend
Lieben Gruß
Katala