Donnerstag, 1. Dezember 2016

November

Schwups ist er wieder einmal um, der Monat, und ich habe es noch nicht einmal geschafft, den zweiten Urlaubspost zu schreiben. Schlimm, schlimm.
Jetzt rächt es sich, dass ich den langen Sommer so schön vertrödelt habe. Nun bin ich in Vorweihnachtshektik, renne meinen Plänen und der Zeit hinterher. Der Tag müsste 72 Stunden haben - 48 reichen schon gar nicht mehr.
Aber genug des Gejammer. Bin ja selbst Schuld. Muss ich halt ein bisschen schneller werkeln im Dezember. Wird schon klappen.
Was habe ich im November gemacht? Erstaunlich wenige Fotos. Aber für die Monatscollage bei Birgitt reicht es doch.


Anfang November war ich beim Ball und habe mich an den Morgennebeln in den Bergen erfreut. Für mehr Fotos war wieder einmal keine Zeit. Tanzen von morgens bis in die Nacht, erst Workshops, dann Ball. Schön war es wieder.
Zu Hause gab es auch Nebel. Grau war der Monat und regnerisch. Und stürmisch. Aber auch der letzte Sturm konnte die blaue Tüte nicht vom Baum wedeln. Seit einem Jahr  hängt sie nun dort oben.
Winterlich kalt war der Monat auch. Nicht nur nachts gab es Frost.
Bei dem Versuch, an einem der wenigen Sonnentage im Altenteil ganz viele Fotos von allen Tieren zu machen, hatte ich ständig die Mietze vor der Linse. Wo die Kamera war, war auch ihre Nase. Katzen können so nervig sein. Macht aber nichts. Ich mag sie trotzdem.
Der erste Advent war auch schon. Die Kinder haben pünktlich ihren Adventskranz bekommen und ich ganz viel Post. Ich habe bei Manus Adventkalender-Aktion mitgemacht. Ich hatte meine Post noch nicht einmal verschickt, da hatte ich schon die ersten Briefumschläge. Und nun werden es von Tag zu Tag mehr.
Und weil das Wetter nur selten zum Spazierengehen einlud, habe ich viel genäht. 
Der graue November. Bei vielen nicht sehr beliebt. Ich mag ihn. Ich mag die verschwommenen Konturen der nebeligen Morgen. Und ich mag die frühe Dunkelheit. Schon um Vier kann ich die Kerzen anzünden, am warmen Ofen sitzen und vor mich hin werkeln.

Um den grauen November auch für meinen 12tel Blick einzufangen, bin ich extra an einem dieser kalten, nebeligen Morgen losgezogen.

25. Novemer 2016, 9.54 Uhr
Auf der Wiese lag Reif. Man erkennt es kaum. Es war so nebelig, dass die Kamera Schwierigkeiten mit dem Autofocus hatte. Ich musste die Schärfe von Hand einstellen.


Nun fehlt nur noch der Dezember. Vielleicht gibt es ja sogar noch ein Schneebild. Das würde mir gefallen.

Euch allen wünsche ich einen Dezember nach Eurem Geschmack und eine geruhsame Adventszeit.

Ganz liebe Grüße
Katala

Mittwoch, 9. November 2016

Schweden - Meer

Auf nüchternen Magen die Nachrichten heute früh. Ich hätte kotzen mögen.
Doch was bringt es, die Wenns und Aber zu diskutieren? Erst einmal nichts.

Also habe ich mich heute endlich an den Computer gesetzt und die 337 Fotos vom ersten Tag unseres Schwedenurlaubs durchgeschaut. Das hat meine Laune wieder etwas gehoben.





Angefangen beim kleinen Hafen in Brantevik sind wir am ersten Tag in Schweden nur am Meer entlanggefahren und waren rund um Simrishamn an jedem Strand , den wir finden konnten.











Am Abend waren wir gründlich durchgepustet. In der Nacht dann wurde der Wind immer stärker. Er rüttelte an Türen und Fenstern, pfiff durch jede Ritze und kugelte Mülltonnen durch den Ort. Und dazu das Donnern der Brandung  - eine wunderbare Einschlafmusik.

Was wir noch so alles im Urlaub getrieben haben, erzähle ich beim nächsten Mal.

Euch alle einen schönen Abend
Lieben Gruß
Katala

Donnerstag, 3. November 2016

Der Oktober

Stürmisch war der Oktober und regnerisch. Nur selten ließ sich die Sonne mal blicken. Das herrlich bunte Herbstlaub war meist in Grau gehüllt. Aber wir haben uns unseren Schwedenurlaub davon nicht vermiesen lassen.
Schon die Überfahrt nach Trelleborg war etwas holperig. Doch das war erst der Anfang. Am nächsten Morgen tobte das Meer. Von diesen riesigen Wellen war ich derart fasziniert, dass ich den Finger nicht vom Kameraauslöser nehmen konnte. 300 Fotos am ersten Tag. Und noch viele weitere. Die muss ich noch alle durchsehen, habe nur schnell von jedem etwas für die Monatscollage herausgesucht, die Birgitt immer sammelt, denn wenigstens die will ich nicht verpassen.


Der Urlaub war so schön - trotz Wind, trotz Regen. Fast jeden Tag waren wir am Meer, haben allerlei buntes Strandgut gefunden, aber nicht einen einzigen Bernstein - wie auch, das Wasser ist noch  nicht kalt genug.
Und wir waren viel unterwegs, haben die Burg Glimmingehus besichtigt, das Apfelbild in Kivik bestaunt, die Schiffssetzung "Ales Stenar"  besucht und wir sind durch die schönen kleinen Straßen von Ystad gebummelt.
Wie immer war der Urlaub viel zu kurz. Ich hätte liebend gerne noch viele weitere Tagen bei Wind und Wetter am Meer verbracht. Doch so konnte ich wenigstens vor dem ersten Frost meine beiden Kürbisse ernten und sie erst einmal auf dem Küchentisch verdekoriert (die letzten Bohnen zu ernten, habe ich nicht mehr geschafft, die sind nun leider hin). 
Meinem Schwedenschal aus schwedischer Wolle fehlt nur noch das eine Knäuel, dann ist er fertig und der Winter kann kommen.
Nur mit den leckeren Äpfeln vom Feldrand wird eng dieses Jahr. Die sind schon fast alle. Wir hätten doch die Äpfel mitnehmen sollen, die vom Nachbargrundstück in den Garten unseres kleinen Fer.ienhauses in Schweden gefallen waren. Es hätte bestimmt niemanden gestört, denn bei Nachbars wohnten nur Zeitschaltuhren.

Bei meinem 12tel Blick habe ich das bunte Laub verpaßt.

30. Oktober 2016, 15.27 Uhr

Der vordere Baum ist schon komplett kahl und der hintere trägt auch nur noch wenige Blätter. Aber die Weide links lieferte ein bisschen Herbstbunt für das Foto und der viele Regen gab der Wiese noch einmal ein sattes Grün.


Im November werde ich mich wieder öfter hier melden  Ich werde Euch mit unendlich vielen Bildern vom Meer quälen und auch die Posts nachholen, die ich hier irgendwann einmal angekündigt habe.
Doch jetzt packe ich erst einmal meine Taschen, denn morgen früh geht es zum jährlichen Ball. Ein Wochenende durchtanzen. Toll. Nur ein Ballkleid habe ich immer noch nicht. Vielleicht im nächsten Jahr.

Euch allen eine schöne Restwoche und ein schönes Wochenende
Lieben Gruß
Katala

Montag, 3. Oktober 2016

Der September und weiter Blogpause

Er war voller Sonne, der September. Nichts hat mich drinnen gehalten. Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, die Tage ohne Computer zu verbringen, ist es schwer, wieder in den alten Rhythmus  zu finden. Es gibt so viel anderes zu tun. Und dann kommt man mehr und mehr in Verzug mit all den Posts, die man eigentlich geplant hatte. Aber wenigstens die Monatscollage soll sein.


Es ist Herbst geworden. Auch wenn die Tage noch warm waren - der Sommer ist vorbei. Wir waren viel unterwegs, unter anderem in Lübben beim Spreewaldfest, wo ich gelernt habe, wie der Maulwurf zu seinen Hosen kommt, zu seinen schicken Leinenhosen mit den großen Taschen, und wieviel Arbeit darin steckt, bis aus Flachs ein Stoff entstanden ist. Leider habe ich den schönen alten Zeichentrickfilm nicht auf deutsch gefunden, aber wer mag, kann sich ja das tschechische Original anschauen. Dass es diese Geschichte auch als Buch gibt, wusste ich gar nicht.
Wir haben viele Körbe Obst vom Straßenrand gesammelt und es gab jeden Abend einen riesigen Krug frischgepressten Saft. Lecker.
Viel mehr war nicht. Ich war viel im Garten, habe weiter alle möglichen Pflanzen auf ihre Färbekraft getestet und ich habe angefangen, all die Nähideen umzusetzen, die sich in meinem Kopf stapeln. Der Tag müsste viel mehr Stunden haben.


Meinen 12tel Blick vom September habe ich dieses Mal sogar vor dem Monatsende fotografiert, kurz zuvor.

28. September 2016, 7.16 Uhr

Früh am Morgen, die Sonne ging gerade auf, bin ich losgezogen. Doch bis ich dort war, war der Himmel bedeckt. Immer mehr Wolken kamen. Die schöne Morgenstimmung, auf die ich gehofft hatte, wollte sich einfach nicht einstellen. Nix mit rosa Wölkchen. Nur graue Wolken. Und eine frisch gemähte Wiese. Keine Birne mehr am Baum. Und die ersten Blätter färben sich gelb. Nun ja, es ist eben wirklich Herbst inzwischen.


Ich hoffe, auf dem Oktoberfoto werden die Bäume herbstlich bunt sein. Ich hoffe, ich bin rechtzeitig vor Ort, denn die nächsten drei Wochen sind wir im  Urlaub.

Meer, wir kommen


In gut einer Stunde geht es los. Der Gatte klappert schon mit dem Schlüssel, weil ich noch immer am Computer sitze.

Euch allen eine schöne Zeit, einen schönen Herbst und heute einen schönen Feiertag
Lieben Gruß
Katala

Samstag, 10. September 2016

Die Farben einer Dahlie


Ist sie nicht schön? Sie wächst in meinem Garten und ich mag sie. Ich mag sie ganz besonders. Nicht nur wegen ihrer herrlichen Farbe, sondern auch wegen all der anderen Farben, die in ihren roten Blütenblättern stecken. Gelb, Orange, ja, selbst Grün


Im August hat mich das wilde Färbefieber erwischt. Ich habe kurzerhand alle Blüten der Dahlie abgeschnitten - ich war ja sowieso nicht zu Hause - und  ihre Farben auf  Stoffe gebannt. Und die Farbkraft der Dahlien ist fast unerschöpflich. Die Lümpchen auf dem Bild sind nur vom ersten Zug. Es folgten noch zwei weitere und auch alles wunderschöne Farben.
Kaum wieder daheim, die Dahlienblüten waren nachgewachsen, wollte ich dieses Färbeerlebnis wiederholen. Doch es gelang nicht mehr so recht. Kein Gelb und Grün schon gar nicht. Ich habe herumexperimentiert. Aber egal, ob ich mit Seewasser oder mit Leitungswasser färbte - kein sattes Gelb und Grün schon gar nicht. 


Es sind schöne Farben, aber nicht die, die ich wollte.
Egal, ich nehm's, wie es kommt. Jedesmal eine Überraschung. Pflanzenfärbungen sind unberechenbar.  Das mag ich daran.
Genäht habe ich mit diesen Stoffen auch schon. Fragte mich der Gatte doch, was ich um Himmels Willen mit all diese Lümpchen wolle. Da musste ich es ihm zeigen. So entstand  am einzigen Regentag hier ein kleines Säckchen, für ein IPhon vielleicht.


Dummerdings habe ich einen der ungebeizten Stoffe mit dafür verwendet, den ich im Eifer des Gefechts mit in die Dahlienflotte schmiß. Vom schönen Rosa ist nach drei Tagen Nachmittagssonne nicht mehr viel übrig. Nun ist es also kein IPhon-Täschchen sondern Murks, denn noch ein wenig mehr Sonne und der Stoff ist wieder weiß. Die anderen Farben aber halten gut.
Die auf den Fingern übrigens auch, wie man unschwer erkennen kann. Da hilft kein Schrubben. Das ist echt. Das ist Nuss. Sehr farbintensiv. Die Färberei geht hier nämlich wild weiter.
Als ich neulich im Garten werkelte, hörte ich, wie die Eichhörnchen durch den Nussbaum tobten. Sie benahmen sich, als würde hier in absehbarer Zeit ein polarer Winter ausbrechen. Keine Nuss mehr auf dem Baum und dabei waren sie noch nicht einmal reif. Selbst die grünen Schalen sind fast alle weg. Was ich noch fand, kam mit ein paar Lümpchen sofort in ein Glas und auf den Balkon.
 

Solarfärbung wollte ich schon immer einmal ausprobieren. Und so gesellten sich zu den Nußschalen (die beiden mittleren Gläser)sehr schnell noch ein paar verwelkte Dahlien (links) und rote Zwiebelschalen. Die Zahl der Gläser hat sich inzwischen übrigens deutlich erhöht. Wieviele es sind, verrate ich lieber nicht, damit mich niemand für komplett wahnsinnig hält. Doch wenn die Eichhörnchen recht haben, dann gibt es bald nichts mehr, das in den Färbetopf kann, und der Winter wird lang. Da braucht es viele bunte Flicken.


Deshalb wandert im Moment fast alles, das Farbe hat, in die Flotte. Für den Küchentisch blieb nur, was darin keinen Platz mehr fand: Salbei und Knallerbsen.
Ich gebe zu, ich habe ein wenig schnell für Helgas Sammlung fotografiert, weil ich auch wieder einmal teilnehmen wollte. Rechts in der Ecke sieht man leider die Färberkamille, die dort zum Trocknen liegt. Die hätte ich besser vorher beiseiteschieben sollen. Nun ja, es ist im Moment halt auch eine Färberküche.

Der Vollständigkeit halber - nein, eigentlich mehr, weil ich so stolz auf meine bunten Flicken bin, hier noch ein Bild von einigen der Augustfarben.


In das Schwarz auf dem schönen alten Leinen bin ich schwer verliebt. Es sieht so edel aus und es ist leider nur so ein klitzekleines Lümpchen.
Zum Glück hatten die Tochter und ich die riesige Heckenrose im Garten schon abgesägt, da sie dem Wein alles Licht raubte. So konnte ich, als ich davon las, dass man damit Schwarz färben kann, ohne Schaden anzurichten, die Rinde schälen. Und es ist geglückt. In Eisenwasser entwickelt wurde der Stoff schwarz.  Ich hoffe sehr, ich kann das wiederholen. Rinde habe ich noch. Jetzt brauche ich nur noch mehr so schönes altes Leinen. Am Sonntag geht es seit langem mal wieder auf den Flohmarkt. Drückt mir die Daumen, dass ich fündig werde.

Euch allen ein schönes Wochenende
Lieben Gruß
die noch immer den Sommer genießende und den Computer meidende Katala